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Botswana Februar 2019.

Gedacht als Farewell, wir kommen wieder

 

Südafrika / Botswana Februar 2019

Samstag, 9.2.2019 14:30

Wir sitzen in der Bar des Radisson Blue Gautrain Hotel in Johannesburg.

 Am Donnerstag morgen verlassen wir gegen 9:30 unser tief verschneites München bei herrlichem Sonnenschein und waren fast traurig, da unsere Stadt uns so bestrahlt hat. Ich hatte keine Lust, ein eventuell verschneites DriveNow Fahrzeug frei zu schaufeln, so gönnen wir uns ein Taxi zum Flughafen. Gepäck aufgeben, eingecheckt und runterfahren in den drei ruhigen Stunden in der brandneuen World Lounge am Terminal 1. Wir freuen uns auf unsere Business Class Flüge. Sowohl der Flug nach London Heathrow, als auch der Nachtflug nach Johannesburg  komfortabel und ganz ruhig. Wir hatten im A380 keine nebeneinanderliegende Sitze, was sich jedoch Dank der Freundlichkeit eines Mitreisenden schnell beheben ließ. Mir sind immer noch BMW Gedanken im Kopf  und auch die Frage, ob die wiederholte Reise nach Afrika wirklich richtig ist. Landung um 7:00 - der Duft der Erde, der Blick ins Grüne, angenehme Temperaturen und vor allem die Menschen hier,  die Zweifel schnell vom Tisch. Unser Minimalgepäck geholt- Ute hat wieder einmal grandios gepackt -  a bisserl Rand vom Automaten und mit dem Gautrain nach Sandton. Das Hotel ziemlich spacig. Tolle Einrichtung, starke Musik, cooler Rap von zwei jungen Diskjockeys aufgelegt, die Terrasse voller junger Menschen aller Hautfarben und richtig gute Stimmung. Um 18:15 ruft Retabile an - ich hab ja noch mein lokales Telefon - sie parken draußen. Sie haben am Freitag Mittag drei Stunden von Pretoria nach Johannesburg gebraucht. Retabiles Frau Zandile mit 25 Jahren eine starke Persönlichkeit, Bildung und Verhalten. Wir zwei in Jeans, Zandile im schwarzen Kleid, hochhackigen Schuhen und goldener Handtasche. Sie bringt Ute einen Strauß Rosen mit und freut sich ziemlich über die mitgebrachte Longchamp Tasche. Die paar Meter vom Hotel zum Restaurant sind zu unsicher, zu Fuß zu gehen. Mit dem X3 zum Nelson Square, wo wir uns von der herrlichen sommerlichen Atmosphäre auf dem Platz einfangen lassen. Im The Butcher Shop  ein ausgelassener Abend mit sehr beeindruckenden jungen Menschen. Dürfen ihren Wünschen, Ängsten, Plänen zuhören und geniessen ein ziemlich gutes Abendessen mit tollem Wein (Black Oystercatcher White Pearl 2017). Was uns trifft, ist die Aussage, dass sie auch Ängste vor der Kriminalität haben und nicht wollen, dass ihre Kinder in diesem Land aufwachsen. Diese Aussage von jungen Schwarzen ist für uns zunächst überraschend. Zandile studiert Jura und arbeitet im Immobiliengeschäft. Wie schon gesagt, nicht nur eine attraktive junge Frau, sondern ein bewußter und schon sehr sicherer Mensch mit klarer Perspektive.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder hoch zum Nelson Square um etwas in der Sandton Mall zu shoppen. Ganz überrascht von zwei Bussen, aus denen Spanier und Franzosen in ihren Trikots steigen. Auf dem Nelson Mandela Square Menschenmassen aller Länder. Die Parade der Welt-Angler-Vereinigung. Von Angola bis Zimbabwe, von Austria bis Zypern, Korea, Argentinien, Neuseeland. Die ganze Welt. Ganz kurz hören wir auch Pipes and Drums. Uns beiden schauert es vor Freude.

Montag 11.2.2019 - Chobe under Canvas

Unsere zweite Nacht im Camp. Tiere, Landschaft, Wetter, Essen, Landschaft, Atmosphäre alle schlichtweg unbeschreiblich...

Dienstag 12.2.2019 - Chobe under Canvas

Die erste Pause seit ein paar Tagen. Um am Samstag weiter zu machen, Am Sonntag kurz nach 6 Uhr aufstehen, frühstücken und mit dem Gautrain zurück zum O.R. Tambo. Pünktlich um 11:45 hebt unsere 40 Mann-Maschine Richtung Kasane. Nach 80 Minuten in der Luft staunen wir über den seit sechs Monaten neueröffneten Flughafen. Da hat Botswana einen recht üppigen Flughafen hingestellt, wohl als Konkurrenz zum nahen „Zubringer“ aus Zimbabwe, wo wir vor ein paar Jahren in Victoria Falls gelandet waren. Die Abholung vom Flughafen reibungslos, unser Guide für vier Tage, Tony, bringt uns über die Hauptstrasse, die durch den Caprivi nach Namibia führt, in den Chobe National Park und zum Camp - bereits unser erster Gamedrive . Unser „vorläufiger“ Abschied ist wohl wirklich nur vorläufig. Sofort gefangen von der grünen Landschaft. Hochsommer hier in Botswana, die Bäume und Büsche sind unglaublich grün. Wir entdecken eine Löwenfamilie, die sich vor der Hitze im dunklen Busch versteckt, gleich eine Menge Elefanten, ein paar Giraffen und Hippos. Unser Camp mitten im Park etwa 20 Kilometer von Kasane entfernt. What you see is what you get: 4 Zelte, 8 Gäste und 8 Menschen, die für uns da sind. Am ersten Tag  ausser uns noch zwei Dänen, zwei Australier und zwei Damen aus Deutschland, die zu zweit unterwegs sind.

Neben Tony, steht für Anthony, den Namen hat er von seiner griechischen Großmutter, fällt mir noch OP, die gute Seele, Thabela, der großartige Koch, Innocent, der zweite Guide und natürlich Igobe, der Camp Manager ein. die restliche Crew hält sich ziemlich im Hintergrund. Faszinierend an Igobe seine Bildung, Ausbildung und Umgangsformen. Wir dürfen von ihm viel über Botswana, seine Vorteile und Politik erfahren. Igobe war drei Jahre Nationalspieler in der Rugby Mannschaft von Botswana.

Der abendliche Game Drive nur zu viert im großen Landrover mit wieder einer Unmenge Elefanten und den restlichen Großtieren wieder faszinierend.

Unser großes Zelt ist vorbereitet, die „Flush showers“ mit heißem Wasser gefüllt, es für alles gesorgt.

Das Abendessen leicht, geschmackvoll und sehr verträglich - Gemüsesuppe, anschließend Kabeljau und Gemüse, zum Abschluß Bananenkuchen mit Vanillesauce, dazu ein paar Gläser Wein; tja solch einen Luxus mitten im Busch hatten wir nicht erwartet.

Die Nacht herrlich, die Temperaturen erträglich, Ute schläft wie ein Baby. Als ich um 3:30 für einen Nachtgang aufwache, höre ich in der Nähe Löwen brüllen. Es sollen auch Elefanten und Wild Dogs im Camp gewesen sein.

Die Nacht endet hier um erträgliche 5:30, um 6:00 volles Frühstück, wer mag, mit Spiegeleiern, die auf offenem Holzfeuer gebraten werden, um 6:30 wieder ab auf den Bock und hinein ins Wildleben. Am Montag war unsere fotografische Bootcruise angesagt.

Mehr dazu später, nach dem Mittagessen.

Mittwoch 13.2.2019 - Chobe under Canvas

Doch nicht nach dem Essen. Viel zu faul und zu müde und zu entspannt und starren lieber in den grünen Busch vor unserem Zelt.

Am Montag Richtung Kasane auf ein Fotoboot. Ein Boot mit sieben Drehsitzen und sieben Gimbals zum Befestigen der Kamera. Auf allen Gimbals  Canon D80 mit Sigma 150-600 mm Ausrüstung. Der Fototrainer Aubrey baut auf meinen Gimbal meine D5 mit dem 80-400mm und 1,4 facher Konverter. Nach einer Einweisung, bei der ich von ihm ein paar spezielle Kniffe lerne, wie Einstellung zum Einzelfokus und Gruppenfokus aus separaten Tasten sowie prinzipiell im manuellen Mode mit 1/2000 Sekunde und auf 5000 ISO begrenzter Empfindlichkeit zu schießen, geht es los. Wir fotografieren ein paar Vögel in tollem Lich t  und finden uns dann auf dem Chobe River ganz im Elefanten Land. Wir nähern uns den am Ufer befindlichen Eles bis auf zwei Meter. Unglaublich, wie ruhig sie bleiben. Ute gelingt ein paar richtig gute Fotos. Ich weiß nicht genau, wie viele Elefanten wir sehen, ob Dutzende oder gar Hunderte. Die drei Stunden vergehen wie im Flug. Toller Ausflug.

Heimweg, viele Elefanten. Nahender Regen. Große Elefantenherde mit unheimlich vielen Babys lief hektisch laut trötend - irrer Lärmpegel - vom Fluß zurück in den Busch, um sich vor dem Regen zu schützen.

Noch nicht geschrieben, dass im Chobe National Park keine Rhinos mehr sind. Die Regierung hat die verbliebenen 15 Tiere nach langem Poaching aus dem Park in Sicherheit gebracht. Die Regierung arbeitet eng mit einer amerikanischen Militär Basis zusammen und setzt mittlerweile auch bewaffnete Drohnen gegen die Wilderer ein. Es wird sofort geschossen, um diese zu töten. Letztes Jahr wurden von 15 Wilderern 14 erschossen und einer absichtlich schwer verletzt, um weitere Wilderer zu warnen.

Zurück im Camp gegen 15:00 Mittagessen, 10 Minuten Pause und ab auf den Abend-Drive bis 19:00. Es wird jetzt im Sommer Gottseidank erst gegen 19:00 dunkel. Wie jeden Abend eine Bucketshower und etwas Ruhe. Die Tischgespräche bei gutem Abendessen wieder herrlich, gegen 22:00 ins Bett.

Am Dienstag starten wir zu einem kurzen Gamedrive, es fängt ziemlich stark zu regnen an. ohnehin tauchen nicht viele Tiere auf. Es ist auf dem offenen Wagen auch trotz Regenklamotten nicht so angenehm. Lümmeln den ganzen Tag in unseren Campingsesseln vor dem Zelt, dösen, lesen und beobachten die fünf Giraffen, die relativ nahe am Camp vorbei schlendern. Am Nachmittags-Drive erleben wir einen Leoparden und starren mit gefühlten zehn weitern Autos auf einen Busch, in dem sich Löwen befanden. Nicht wirklich viel zu sehen.

Wir fühlen uns wieder bestätigt, unsere Art von Safari zu machen, besser, als mit den übrigen Massen im Busch zu sein.

Gut, dass wir in 2016 Leos und Leoparden en gros sehen durften, so schmunzeln wir darüber, wie wenig Katzen hier zu sehen sind. Im Chobe National Game Park dürfen die Guides auch nicht off-road, also richtig off-road, wie in Ngala oder Kirkmans, fahren.

Heute Nacht regnet es wieder ziemlich stark, was uns beiden aktuell lieber ist, als die Hitze des ersten Tages, pünktlich zum Frühstück hört es wieder auf.

Wir sind mit unserem Guide Tony alleine unterwegs, da unsere Mitreisenden aus Dänemark abreisen. Das Wetter  durchwachsen, wir ziehen auch mal kurz die Ponchos an. Zwei große Familienbanden Mongos, was für ein Spaß und fahren zum Chobe River runter. Und Zack, sitzt da eine Löwin mitten auf dem Weg. Wenn man an Nichts denkt, geschehen die besten Sachen. Die Löwin wandert langsam, aber gezielt Richtung Fluß, Tony sagt, sie habe eine „Mission“. Ganz weit entfernt steht ein Red Lechwe, der sie dann aber bemerkte. Wir wissen nicht, wie es ausging.

Ute erwähnt gerade, dass es verdammt viele Büffel gibt. Auch eine Menge Giraffen, die in sogenannten Tower unterwegs sind. Wenn sie sich zu einem Tower zusammenrotten und los marschieren, bezeichnet man dies als Journey. Wir sehen Tower mit 20 -30 Giraffen.

19:35 - nach unserem Bier: Wahnsinn! Wir sind nach der Pause gegen 16:30 los gefahren, um die Löwin zu suchen. Wir finden sie auch, sie und sieben Cubs jeden Alters, vier ganz kleine und drei mittlere. Direkt an bzw. neben der Straße. Ein Stück weiter des Wegs warten acht Löwen darauf, dass die Büffelherde aus Namibia zurück über den Chobe River kommt. Dann fahren wir ganz „unschuldig“ a bisserl weiter, wo der schon gedeckte Tisch mit Drinks auf uns wartet. Was für eine Szene. Eine Elefantenherde jenseits des Chobe Rivers, dunkler Himmel, ein irres Licht. Wir steigen aus, Tony schenkt zwei Glas Wein ein und meint dann ganz ernst, dass wir besser wieder in den Wagen steigen sollten. Wir haben alle verstanden. Keine zwei Meter von der Stelle, an der Ute und ich vorher ausgetreten waren, kommt eine hungrige Löwin des Weges. Wir sind wieder sicher. Wir beobachten sie ein paar Minuten, sie ist offensichtlich auf dem Weg zu einem Kill - etwas weiter ein Impala und wir stören sie offensichtlich.

Der Rest zu den „kletternden Löwen“ später.

Donnerstag 14.2.2019, 22:30 Nxabega

Heute Morgen regnet es in Strömen, wir sind auf dem Landcruiser zum Flughafen in Kasane nass geworden, der Flieger hatte wegen des Unwetters Verspätung. Unsere beiden Mitreisenden zum Flughafen, sehr spannende Amerikaner. Sie Anfangsdreissigerin, die als Software Consultant eine ziemlich schnelle Karriere durchzieht un dIhr Mann, Strafverteidiger bei der Army. Schon richtig abgklärt, bei den Fällen, die er bereits verhandeln durfte.

Wir liegen jetzt im Tented Camp im Delta und es kübelt draußen, was nur runter geht.

Wenn wir aus dem Zelt raus schauen und den Geräuschen lauschen, fängt das Afrika uns wieder voll ein. Das kann man einfach niemandem erklären. Botswana insbesondere ist auch aufgrund der relativen politischen Stabilität und Nachhaltigkeit ein ganz besonderer Flecken in Afrika.

Die Lodge Manager Clint und Sarah  aus Südafrika sind feine Menschen, unsere persönliche Butlerin Khedi eine Seele. Das Abendessen am Pool unsagbar romantisch bis zum Regen. Außer uns ist nur noch ein älteres englisches Paar angereist, ähnliches Alter wie Nina und John. Mal kucken, ob ähnlich sympathisch, da Michael ein Brexit-Verfechter ist.

Nach dem  Abendessen in unserem Zelt (mit eigenem Bad, Bar etc.) angekommen, steht eine Flasche gekühlter Rose Brut auf dem Bett, wir sind zu müde dafür.

Der Game Drive gestern Nachmittag voller Marabus, Störchen, Krokodilen, etc. etc. wunderbar- hier ist Birding Country.

Während der Nacht hat es geschüttet, was nur runter kommen konnte, dafür hört es gegen fünf Uhr auf zu regnen.

Wir haben heute morgen auf das frühe Wecken verzichtet, dafür bis kurz vor sieben geschlafen. Unser beider Darmfloras geht es schon deutlich besser.

Nach einem frischen Frühstück auf den noch klammen Landcruiser und lassen uns von AK und seinem Tracker Equator gemeinsam mit Caroline und Michael in die herrliche Landschaft bringen. Die teilweise Buschlandschaft wechselt sich mit Gras ab, riesige Termitenhügel stechen hervor, in einem austrocknenden Tümpel kauern sich mehr, als fünfzig Hippos und warten sehnsüchtig auf das Wasser aus Angola, um aus der aktuell trockenen Landschaft wieder das Delta zu formen. Endlich kann ich einen Batteleur im Flug fotografieren, eine ganze Menge anderer Vögel kommen hinzu, ein paar Lechwe, Redbocks und Steenbocks. Warthogs mit Babies, Kudus mit Nachwuchs, zwei Elefanten. Dazu das Cruisen in dieser traumhaften Landschaft, das Wetter besserte sich, der Himmel reisst auf, ein Traum.

22:15

Nach einem tief beeindruckenden Nachmittags Game Drive und einem tollen Abendessen noch ein Brandy im Bett...

Wir dösen bis kurz vor 16:00 in unserer Schaukel im Schatten, lesend, dösend bei warmem Sommerwetter. Warm, aber nicht zu heiß. Der Blick von unserer Behausung ins noch trockene Delta schlichtweg überirdisch. Um 16:15  auf den Landcruiser bei bestem Wetter auf Game Drive. Eine Unmenge an Tieren aus nächster Nähe. AK ermöglicht tolle Bilder von drei Bee-Eatern, nochmals Lilac Breasted Roller, einem wunderschönen Carmine Bee Eater. Den Löwen, den er gesucht hat, haben wir nicht entdeckt. Bei herrlichstem Sonnenuntergang geniessen wir mit den beiden Engländern eine Flasche Rose Champagner mitten im Busch und fahren in das nahende Gewitter. Der Weg vom Pomp Pomp Camp, wo der Löwe gesichtet wurde, in unser Camp noch knapp eine Stunde. Die Gewitterfront sammelt sich, die Blitze werden stärker. Ein paar Minuten vor Erreichen unseres Camp werden wir Opfer des Gewitters. Reichlich naß, aber nicht so schlimm wegen der angenehmen Temperaturen. Jetzt gegen 21:00 liegen wir im Bett und lauschen draußen der Tierwelt. Alles einfach richtig gut.

Samstag 16.2.2019, 13:00 Nxabega

Wir haben uns heute wieder an die späteren Weckzeiten von Michael und Caroline gehängt und statt um 5:00 uns um 6:00 wecken lassen. Schönes Frühstück und ab um sieben Uhr auf den Land Cruiser. AK und Equator versuchen heute morgen Wild Dogs, Löwen und Leoparden zu finden. Wir fahren dafür bei schönstem Wetter und langsam heißer werdenden Temperaturen vier Stunden über Stock und Stein, sehen minutenlang gar kein Tier mehr, die Predatoren aber auch nicht. Die beiden Guides / Tracker können richtig gut Spuren lesen, haben uns das auch intensiv am Beispiel einer Löwenmutter und zwei Löwenbabies gezeigt. Es ist Nebensaison, sehr grün, die Tiere ziehen sich zurück.

Gegen 11:30 halten wir an einem Tümpel mit etlichen Hippos, Krokodilen, Lizards, Vögeln ang. Ein aufgebautes Zelt, am Boden liegen Kissen und ein ganz tolles Buffet ist für uns vorbereitet. Unter anderem fantastische Lasagne. Wir könnten uns mit den besten Sachen zu Tode saufen, was der 82 jährige Michael auch ziemlich krass angeht, die Hitze ist zu groß und die Limonade zu lecker, um sich den klaren Kopf zu versauen.

21:45

Kein Regen, keine Predators, aber ne Menge Spaß mit Michael & Caroline.

Unser Bauch ist übervoll vom guten Essen.

Morgen ist dann wirklich um 5:00 Wecken angesagt.

Sonntag, 17.2.2019, 14:15, Nxabega

Das Wecken heute morgen um 5:00 halb so schlimm. Der Blick aus dem Zelt nach Osten, wo schon ganz leicht unter den Wolken der Sonnenaufgang beginnt. Kurzes Frühstück um 5:20, auf den Landcruiser um 5:40 und hinaus in den noch kühlen afrikanischen Morgen. Der Himmel wolkenverhangen, deshalb angenehm kühl. Unsere beiden Guides fanden schnell die Spuren der Predatoren, nehmen sie auf und führen uns auf den Weg zu Ihnen. Plötzlich nehmen sie einen „Alarm call“ von Impalas wahr und machen sich auf den Weg. Und fanden sie! Eine wunderschöne etwa 16 Monate alte Leopardin. Überhaupt nicht scheu, noch einigermaßen verspielt und körperlich unglaublich gut in Schuss. Auf einmal setzt sie zur Jagd auf eine Zezebe Antilope an, die noch viel zu groß für sie war. Utes Film zumindest ist Klasse geworden. Wir verlassen das Mädchen nach einer Weile und sucheen weiter, orientieren an Warnschreien einiger Paviane. Ein ziemlich scheuer Leopard wurde im hohen Gras gesichtet. Wir verfolgen dieses herrliche Tier, konnten es jedoch nicht richtig stellen, da viel zu unruhig und auf der Flucht von uns.

Damit der Leopard seine Ruhe finden kann, drehen wir ab und fahren zurück Richtung Camp. Eine große Zahl Geier zeigt uns, wohin wir am Nachmittag in der Hoffnung auf das Löwenrudel fahren werden, .

22:30

Die Entscheidung ist gefallen. Wir verzichten morgen auf den Game Drive  und geniessen das Camp. Der heutige Drive hatte noch einmal vieles in sich. Eine wohl ganz seltene Eule gesehen. laut AK eine Sensation, da extrem selten. Eine Pel‘s fishing owl, die bei Vogelliebhabern Aufschreie verursacht. Desweiteren noch eine kleinere Horde Wild Dogs. Ihr Zustand  ziemlich gut. Weltweit vom Aussterben betroffen. Von den noch lebenden 3.500 Exemplaren leben ca. 800 in Botswana und wir sehen fünf davon. Drei Giraffen gesichtet. Auf der Rückfahrt nach dem herrlichen Sundowner vor afrikanischen Traumkulisse kommen wir in völliger Dunkelheit auf unserem rumpelnden Off-road Weg an ein paar Elefanten vorbei. Was für ein Abschied.

Das Nxabega Camp hat seinen Namen von Giraffen, die allerdings nach einem großen Steppenbrand vor ein paar Jahren aus dieser Gegend migriert sind. Draußen heulen gerade Hyänen in der Nähe.

Nach dem tollen Drive erleben wir unser letztes Abendessen.  Nach dem Essen kam AK noch an unseren Tisch und erzählt über das Okavango Delta. Wie das Wasser aus Angola kommt, welche Ausmaße es nimmt, über die Finger des Delta etc. etc. sehr spannend und macht unbändige Lust darauf, einmal im Juni während der Flut hier zu sein. Etwa 90% des Wassers verdunstet hier am Ende der Flut.

Im Zimmer / Zelt eine Flasche Port zum Abschied. Jetzt liegen wir hier, wollen gar nicht weg, lauschen draußen den Tieren, lassen den fast vollen Mond ins Zelt scheinen. Was für eine tolle Reise.

Gute Nacht und hoffentlich bis bald Afrika.

Morgen haben wir eine Heimreise von über 24h vor uns:

Nxabega - Maun

Maun - Johannesburg

Johannesburg- London

London - München

Montag, 18.2.2019, 7:15, Nxabega

Durch den fast vollen Mond ist  es nachts draußen richtig hell. Wir haben ja die ganze Zeit nur die Netze und keine Blenden vor dem Zelt, so können wir herrlich raus schauen. Auch die Tierwelt wieder richtig aktiv. Wir hören Hyänen, Hippos, Baboons, Löwen brüllen. Ute ist sich sicher, vor dem Zelt einen Elefanten gesehen zu haben. Gegen 5:15 beginnt wieder mal diese abartigen afrikanische Morgendämmerung. Glutrot über dem Busch steigt die Sonne auf. Die hochstehenden Wolken zaubern das eigenartige intensive Blau als Kontrast zu dem intensiven Orange. Das ganze dauert etwa 20 Minuten, dann steht die Sonne da. Unser Zelt nach Osten orientiert, so verfolgen wir die gesamte Schönheit. Mit der aufsteigenden Sonne beginnt die Tierwelt sich zu regen. Die Velvet Monkeys brüllen, die Vögel erwachen, es ist einfach ein Paradies. Und da sollen wir nicht mehr herkommen.

Wir sichten vom Außenbereich des Restaurants im Camp zwei Wild Dogs.

Gegen 10:45 gab es ein wunderschönes Abschiedslied der Camp Crew und AK und Equator bringen uns bei herrlichstem Wetter zum Airstrip.

12:45 Flughafen Maun

Der erste Flug von Nxabega nach Maun liegt hinter uns. Mit Zwischenstopp in Chitwa dauert er 40 Minuten. Eine &Beyond Agentin begrüßt uns, schleust uns durch die Formalitäten. Unser Gepäck wird nach München durchgecheckt- suuuuper. So müssen wir in Johannesburg nur noch die Bordkarten abholen und dann sind wir durch.

Jetzt sitzen wir hier etwas betröppelt und warten auf den Abflug nach JNB um 14:00. es wird Zeit, sich von diesem wunderbaren Land zu verabschieden. Mal schauen, ob wir wieder mal wieder kommen.

13:54 irgendwo in der Luft auf dem Weg von Maun nach Johannesburg

Dankbar und traurig.

Dankbar für diese sensationelle Reise,  für den reibungslosen Verlauf, die erträglichen Randbedingungen der Malariatabletten.

Die Bilder der letzten acht Tage laufen an meinem inneren Auge vorbei. Es fühlt sich richtig gut an. Ich hoffe für uns Beide, dass dies nicht unser letzter Aufenthalt in Afrika war. Botswana hat es uns richtig angetan. Die Menschen sind sehr freundlich und friedfertig, achten auf ihr Land und ihre Menschen. Ich erinnere mich, wie Tony in Kasane politisch wurde, als wir über Poaching gesprochen hatten, welchen Zorn er auf das Jagdrevier über dem Chobe River in Namibia hat, wie klar er sich positioniert hat, dass die eingesetzten bewaffneten Drohnen ohne zu fragen, auf die Wilderer schießen. Da kam so viel Liebe zu seinem Land aus seinem Inneren. Er sprach darüber, dass seine Kinder das Land ordentlich übergeben bekommen.

Ich erinnere mich an die Aussagen von AK über sein „Office“, das Okavango Delta, wie er uns gestern Abend das Delta erklärt hat, welches Wissen über Wolkenformationen und Sternbilder er neben seiner umfassenden Kenntnis der Flora und Fauna, den Verhalten der Tiere im Delta hat. Ich erinnere mich auch, wie fremd ihm technische Details sind, als ich ihn gefragt hatte, wie schwer sein Land Cruiser ist und er geantwortet hat: 4,2. Als ich ihn über den Motor befragen wollte, antwortete er mit: 4,2. Als ich mich für Leistung und das Drehmoment interessierte, kam ein: 4,2. Das ist ihm alles nicht wichtig. Und doch konnten er und Equator mitten Busch die Benzinleitung wieder befestigen, als es nach Diesel zu riechen begann. Heute morgen erzählte AK davon, dass sie auf dem Morning Drive die zwölf Löwen genau an der Stelle mitten im Dickicht gesichtet haben, an der die beiden gestern unter dem Wagen lagen und reparierten.

Als wir heute unser Zelt verließen, habe ich einen kurzen Gedanken daran verloren, dass ich am nächsten Montag meinem Vorstand etwas über den Stand meiner Cyber Security erzählen soll. Ich habe mich vor ihm stehen sehen und ihn fragen gehört: Ist das wichtig? Schauen Sie raus und genießen das Delta, die Natur, die Tiere und die Menschen.

Dienstag, 19.2.2019, 7:05 LHR BA Lounge

Da sind wir wieder in Europa. Wir kamen sehr früh in Johannesburg an, mussten dann wiederum durch diese absolut quälende, weil unorganisierte Immigration, machten einen Probeabstecher zum Gepäckband, ob die Taschen wirklich nicht da sind und gingen zum Check In der BA und ... warteten erneut. Zunächst hatte das Personal an den BA Schaltern eine Menge Spaß mit sich selbst, dann war Team Briefing und schließlich und endlich durften wir Einchecken und durch Customs wieder in die internationale Zone. Da unser Gepäck durchgecheckt wurde, hat Ute dann gemerkt - mir wäre das erst in London aufgefallen - dass auch unsere warmen Klamotten nicht greifbar waren. Also haben wir uns bei Old Khaki ein langes Hemd geholt und dann die Zeit in der Lounge verbracht, uns entspannt, zwei Glas Wein getrunken und etwas gegessen. Um 19:10 war boarden, wir hatte wieder Sitze im Upper Deck des sensationellen A380. Wir bekommen warme Bettdecken, Kopfkissen und einen tollen Service. Nach einem Glas Champagner vor dem Start und einem kleinen Expressmenü nach dem Abflug, Rückzug in unsere „Betten“ und über neun Stunden herrliche Ruhe. Die Landung wieder butterweich, Transport zum A Building und jetzt sitzen wir zufrieden und gar nicht so kaputt in der Lounge, warten auf den Heimflug nach München. Was für eine tolle Reise.

Sonntag, 24.2.2019, 7:10

Beginn der Nachbetrachtung, also des Verdauens.

Wir landeten letztlich um 11:45 in München, das Februar-Wetter meinte es richtig gut mit uns. Mit DriveNow ging es nach Hause. Durch den hervorragenden Nachtflug in dem A380 fühlten wir uns gut und ausgeruht. Wie schwebten beide auf einer gemeinsamen Wolke, die uns aus Afrika heimgebracht hat.

Dann schlug die harte Welt wieder zu. Ich hab voller Vorfreude auf unsere Bilder den PC hochgefahren und die Bilder zum Erstscannen hochgeladen. Nachdem die Bilder hochgeladen waren, ein erster Blick auf die Startbilder: Wow. Der PC benötigte nach dem letzten Win 10 update einen Neustart, ich ging derweil aus dem Zimmer. Nach meiner Wiederkehr großer Schock. Ich hatte einen Systemcrash.

Nun gut, jetzt fünf Tage, einer Menge Geld für neue Lizenzen, einem Haufen Arbeit für mich und ein paar Freunde und Kollegen später, ist die Maschine wieder heile. Die Bilder aus Johannesburg und Chobe sind entwickelt, der Wahnsinn. Ich kann mich wieder auf unsere Wolke setzen.


 Johannesburg



Chobe under Canvas - ohne die meisten Elefanten :-)



Nxabega