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Südafrika Rundreise Weihnachten 2012.

16.12.2012 - 27.12.2012

16.12.2012 - Kimberley

Die große Südafrikarundreise mit dem X1 steht an. Shutdown im Werk geklärt, Fahrt am 16.12. 550 Kilometer nach Kimberley, um das größte manuell von Menschenhand gegrabene Loch der Erde zu besuchen. Der Diamantenrausch beginnend mit 1866 hat 30.000 Menschen in diese öde Gegend gebracht, alle nach der Jagd nach Diamanten.  Das Loch ist etwa 800 Meter tief. Der Kölner Dom passt in dieses Loch bequem fünfmal übereinander gestapelt. Sehr sehenswert und auf dem Weg über Upington nach Augrabies ein lohnenswerter Zwischenstopp.

17.12.2012 Augrabies Wasserfälle

Weiterfahrt über nahezu unbesiedeltes Land die 530 Kilometer über Upington - ohne besondere Höhepunkte nach Augrabies. Man bedenke, in Deutschland herrscht Winter und hier haben wir gerade südafrikanischen Hochsommer mit entsprechenden Temperaturen. Wie buchen uns in einem Guesthouse ein. Die Versorgung ist a bisserl dürftig - draussen ist es eh zu heiss. Am nächsten Morgen besuchen wir die Augrabies Wasserfälle - spätestens jetzt haben wir alle nichtafrikanischen Touristen hinter uns gelassen. In die Gegend verläuft bzw. verfährt sich kaum ein Fremder. Um so spannender sind die Geschichten um die Wasserfälle. Auch, wenn gerade Trockenzeit ist, beeindrucken sie. Der Oranje als südafrikanischer "Hauptfluß" markiert die Grenze zu Namibia und hat hier einen gewaltigen Canyon aus den Felsen gearbeitet.

Am Nachmittag fahren wir etwas in den Nationapark, um eine kleine Rundtour zu unternehmen. Als nach nicht mal einem Kilometer und noch weit weg von der heißen Gegend, das Aussenthermometer schon 45 Grad Celsius anzeigt, ist das ausreichend, um den restlichen Tag lieber im Guesthouse zu verbringen.

19.12.2012 Lange Fahrt nach Langebaan

Heut steht die etwas 800 Kilometer lange Fahrt in den Badeort Langebaan an. Aufstehen kurz nach dem Schlafen auf und um 4:00 noch im Dunkeln bereits auf der Fernstrasse  N14 an der naminischen Grenze unterwegs. Magischer Sonnenanufgang mit magischem Licht. Kein Verkehr, ausser ein paar Trucks von und nach. Jetzt verstehe ich Einsamkeit und Nirgendwo. Und doch sind ab und zu kleine Schilder sichtbar, die andeuten, dass da hinten, weit hinten sich eine Farm befindet, die bewirtschaftet ist. Eine absolut verrückte Fahrt. Bei Springbock  auf die N7 nach Süden. Hier bewegen sich schon deutlich mehr Menschen, meist aus Namibia kommend schon Richtung Kapstadt. Ankunft im The Farmhouse, unserem Domizil für die nächsten paar Tage. Ziemlich coole Unterkunft. Uns wurde vorher erzählt, es herrsche absolute Hochsaison in Langebaan - nur wo sind die Menschenmassen, die wie im Vergleich mit Europa erwartet haben? Ein idyllisch gelegener Ort an einer Traumlagune - wie im Film. Wir geniessen die Vogelbeobachtung und ich erlebe eine "Crocodile Dundee"-Szene. Ganz stolz setz ich mich in einen Unterstand und montiere mein neues megagroßes 80-400mm Teleobjektiv auf die Kamera, da kuck ich die um mich platzierten Fotografen an. Getreu nach dem Motto: Das soll ein Objektiv sein, dass ist ein Objektiv - na jeder fängt mal klein an. Noch nicht viel über die Vögel wissend, fotografiere ich ein paar hübsche schwarze am Strand umherlaufende Tiere. Später fragt mich ein anderer Fotograf: "Did you get the rare Oyster Catcher"? "Hääää? oh no, I did not!". Später schauen wir uns auf dem Zimmer ein paar meiner Ergebnisse der Tages an, da stupst mich Ute und meint nur: "Das sind sie Oyster Catcher" - Bin halt doch kein Ornithologe. Ziemlich entspannte Tage mit Ausflügen zur Lagune, dem Beobachten von Kyte-Surfern, einer Fahrt zum nahen Pater Noster - ziemlich neblig. Dort verkaufen die Fischer für lau Hummer, so viele gibt es davon. Der Nationalpark blüht, ganz tolle Entspannung.

22.12.2012 Weiterfahrt nch Kapstadt

Wir nähern uns zum dritten Mal einer der schönsten Städte der Welt, diesmal von Norden über den Bloubergstrand, Kapstadt. Riesige Strände, ganz toller Blick auf den Tafelberg bei klarem Wetter. Wieder mal ziemlich beeindruckend. Einchecken im  The Westin Capetown, schöne Zimmer, schöne Lage, kostenlosem Shuttle zu Waterfront etc. etc.. Wir nutzen täglich sowohl den roten Hop-on-hop-off Bus, als auch Abends das Shuttle zur Waterfront, in die wir uns beide total verschossen haben. Nach der ruhigen Zeit in Augrabies und Langebaan tut ein wenig Weihnachtsrubel gut. Ich mach ziemlich viele Fotos von Einheimischen. Sie sind ziemlich locker. Wir sehen in allen Gegenden der Stadt nicht nur die Reichen und Schönen, ganz im Gegenteil. An der Mischung der Besucher von Downtown erkennen wir die Nähe zu Khayelitsha, einem riesigen Township beim Flughafen. Diese Menschen halten die Maschine von Kapstadt am Laufen. Ziemlich beeindruckende Gesichter, die ihr Leben erzählen.

Beeindruckend das Malaienviertel, damals noch einigermassen intakt, im Jahr 2019 bereits zum Immobilienhype aufgestiegen. Wir verbrignen einen halben Tag im District Six. Das Museum über Apartheit und die rigorose Vorgehensweise in diesem ehemaligen Viertel anschaulich. Wir merken unsere Abneigung gegen dieses Regime ansteigen, das immer noch Wurzeln in diesem herrlichen Land hat. Wie kann man nur ein Viertel, in dem sich friedlich alle Kulturen, alle Religionen und alle Hautfarben zusammen getan haben, so vernichten. Daneben steht der Ausflug nach Camps Bay und die Zähigkeut der Kapstädter, auch bei Nebel am Strand zu liegen. Eine verrückte Stadt, der wir alles Gute wünschen.

Den Weihnachtsabend verbringen wir - natürlich an der Waterfront in einem netten Lokal und lassen uns bei Krustentieren verwöhnen. Wir sind sicher nicht das letzte Mal in Kapstadt.

26.12.2012 - Fahrt nach Prince Albert

Wir fahren über Paarl, dem dortigen Völkerdenkmal durch die herrliche Weingegend auf die N1 in die kleine Karoo und biegen nach knapp 400 Kilometer nach Prince Albert ab. Hoppala, was ist denn hier los? Das Hotel unverschlossen, keine Zäune, keine Sicherheit. Wir finden heraus, dass in diesem Ort ne Menge Bohemians und Künstler aus Kapstadt hergezogen sind. Die Besitzerin des Hotels hat uns einen Tisch im Gallery Cafe für das Abendessen gebucht. Auf unsere Frage, wie wir dorthin gelangen, meint sie nur lapidar: Ach, da lauft Ihr 800 Meter die Hauptstrasse runter und auch im Dunkeln zu Fuß zurück - hier ist es sicher. Eine für uns in Südafrika ganz verrückte Erfahrung. Aber so ist es hier.

27.12.2012 - Heimfahrt nach Pretoria

Wieder zur nachtschlafenden Zeit brechen wir auf. Wir haben heute 1.150 Kilometer vor uns. Durch die Karoo, an Reitern vorbei durch grüne Landschaften, die gar nicht an eine Wüste erinnern, fahren wir manchmal etwas dösend durch die Landschaft. Als wir Johannesburg aus der Ferne sehen, freuen wir uns auf das Haus im Vineyard Village.

Eine große Südafrikarundreise liegt hinter uns.

Weihnachtliches Vineyard Village über Kimberley nach Augrabies und weiter nach Langebaan





Kapstadt




Über die Weinregion nach Prince Albert und nach Hause nach Pretoria