furt samma
 

Comacchio Juli 2021.

Die Anfahrt in diesen Zeiten mutet eigenartig an. Der kleine Sprung über den Brenner fühlt sich wie eine Weltreise an.

LKWs sind unterwegs, wenig deutsche Touristen. Am Brenner keine Wartezeit. Die Grenze nach Italien verwaist. Auch komisch. Nicht mal in Sterzing and der Maustation ist was los. Bei Trento Fahrerwechsel. Ich hätte nichts dagegen, wenn Ute weiter fahren würde. Ein paar Touristen sind schon auf der Straße. Wir lassen den Gardasee zwar nicht links, sondern rechts liegen. Bei Verona verlassen wir unsere bekannten Wege und die Autobahn und lassen uns auf der Landstraße nach Rovigo durchschütteln und durch viele Baustellen abbremsen. Trotzdem dauert die Fahrt mit Pausen keine sieben Stunden. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 90 km/h bei einem Verbrauch von 4,4 l / 100 km hat uns unser  Mini Countryman SD mit seinen 190 PS ganz gut hierhergebracht.

Das nahe Südtirol wie tiefstes Süditalien. Wir sind ja seit Oktober letztens jahres mehr oder weniger eingesperrt.

Wir haben nicht viel erwartet, es liegt ja an der Adria. Wer wie ich als Kind in Rimini am Strand war, hat sein bestimmtes Bild über die Gegend. Ohne allzuviel zu erzählen, Comacchio und seine Umgebung ist ein Juwel. Wenig bis keine ausländischen Touristen, im Ort selber kein einziges größeres Hotel, von daher auch unattraktiv für den Massentourismus. Wir wohnen im Al Ponticello, kommen schnell mit den Eigentümern Sarah und Riccardo zusammen. Der Ort selber ein kleines Juwel. Weltberühmt für den Aalfang hier in der Lagune von Comacchio. Es waren wohl früher bis zu 800 Tonnen pro Jahr, die die Männer und Frauen in Schwerstarbeit von November bis Januar gefangen, geräuchert, eingelegt und in alle Welt exportiert haben. 1954 startete hier die knapp 20-jährige Sophia Loren ihre Karriere in dem Film „La Donna del fiume“.


Hier ein paar Eindrücke vom kleinen Ort Comacchio:


Ausflug nach Ravenna und Pomposa

Ferrara gilt als Fahrradstadt Italiens, das können wir bestätigen. Ein sehenswertes Mittelzentrum, das seinen italienischen Charme behalten hat. Im Innenhof der imposanten Schlossanlage Castello Estense ist eine ziemlich abgefahrene Ausstellung von Bronze- bzw. Blechstatuen zu bewundern: „Le Donne, I cavallier, l‘arme, gli amori“ von Sara Bolzani und Nicola Zamboni. Morgendlicher Gang durch das ehemalige jüdische Getto, Café vor dem Duomo, der uns mit je 0,5 l Wasser geschlagene 4,80 € kostet, wir lassen uns dreieinhalb Stunden treiben, bevor es zu heiß wird. Unsere von Sarah vorbereitete Lunchbox geniessen wir auf einer Wiese vor dem Parkplatz.



Zumindest ein Abendessen "muss" erwähnt sein. Sarah vom Hotel empfiehlt uns ein weiteres Fischlokal und reserviert auch gleich einen Tisch im La Barcaccia. Fein gedeckt, wir sollen wegen eines möglichen kleinen Regenschauers, der dann doch nicht kommt, im Innenraum essen. Sehr aufmerksames Personal. Außer uns wieder mal nur Italiener.


Nette Karte, uns fällt die Degustazione di Antipasti auf. Nehmen wir. Als Hauptspeise wird uns der Rombo, Steinbutt als Fisch des Tages, empfohlen. Gut, nehmen wir auch. 

Dann nimmt das "Elend" seinen Lauf. Nach den ersten zwei servierten Tellern dachten wir noch: Na, das sieht aber gut aus. Und für den Preis sehr anständig. Als dann noch die Teller drei und vier auftauchen und wir insgesamt 8 unterschiedliche lokal zubereitete Fischgänge vor uns haben, nur noch ein Oha. Obwohl es keine kleine Menge ist, jeder einzelne Happen von ausgesuchtem Geschmack, einfach herrlich. Das ist eine der besten Vorspeisen, die wir bislang essen durften.


Natürlich sind wir danach satt. Aber nein, wir bekommen ja noch die Haupstpeise. Ein kleines Fischlein, köstlich gebraten und mit ein wenig sehr geschmackvoller Polenta. Die allerdings fassen wir kaum an.

Und dann ist es eh schon egal. Noch zwei ebenso köstliche Nachspeisen. Die Rechnung  dagegen verhält sich reziprok zur Menge und der Qualität des Essens.



Ausflug nach Ravenna - ein echtes Juwel in Mittelitalien

Frühes Aufstehen war auch angesagt, um in die Lagune von Comacchio zu kommen. 4:30 ist früh!!! Oder erst spätabends aus den Salinas di Comacchio zurückzukommen


Higlights in Commachio sind die Flamingos. Sie leben seit den 1990ern hier in der Gegend und werden jährlich mehr. Bislang ca. 25.000. Der Zuwachs spricht für die zunehmende Versalzung der Lagune. Der Time Laps (für die Fotografen unter uns ;-)) ist mit 12 Aufnahmen / Sekunde entstanden bei voller RAW Qualität und 24 MPixeln.